Mit Patchwork habe ich vor ca. 30 Jahren angefangen. Ich bekam einen Sack Stoffreste (Dirndlstoffe und Leinen) geschenkt und damit fing alles an! Rollschneider, die vielen modernen Hilfen und ausgefallenen Formen waren noch in weiter Ferne! Meine erste Decke entstand aus unzähligen kleinen Quadraten, mit einer Kartonschablone aufgezeichnet, mit der Schere ausgeschnitten und dann Stück für Stück (doch mit der Nähmaschine) genäht. Jedes Quadrat wurde natürlich mit Zickzackstich versäubert und die Nähte wurden ordentlich auseinander gebügelt. Diese Decke zu nähen war damals für mich mindestens so aufwändig wie die heutigen komplizierten Quilts. Bis vor ungefähr 15 Jahren habe ich dann immer wieder Decken, „Gebrauchsquilts“, für meine Familie, jede ein kleines bisschen komplizierter, hergestellt. In den letzten Jahren lernte ich dann endlich die vielen neuen Techniken, die die Arbeit oft so viel einfacher machen, kennen. Heute arbeite ich nach eigenen Entwürfen. Dabei mische ich oft moderne Techniken mit traditionellen. Mein „Hang” zu Gebrauchsquilts (und diese meist in Doppelbettgröße!) bleibt allerdings weiterhin bestehen. Wir leben im „Haushalt der Decken”. Kalt wird hier sicher niemandem! Wenn ich gerade nicht nähe, quilte, Muster studiere und entwerfe, auf geschichtsträchtigen Böden krieche, um Fußbodenmosaike genauer zu studieren, führe ich an einer Volksschule eine Montessori-Mehrstufen-Klasse, halte Sprachkurse, studiere oder denke gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern der Patchwork Gilde Austria darüber nach, wie man das Patchworken in Österreich noch bekannter und zugänglicher machen kann..